Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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Anſprüchen, und zwar nicht ungerechtfertigten, aufzu⸗ treten und deren Erfüllung vom Wiener Kaiſerhofe zu verlangen. Es galt, die von den Kaiſern widerrecht⸗ lich zurückgehaltenen Rechte des Hauſes Brandenburg auf die ſchleſiſchen Fürſtenthümer Jägerndorf, Liegnitz, Brieg und Wohlau, die nach ihrer ehemaligen Herren Tode durch Erbverbrüderung dem genannten Hauſe zu⸗ gefallen, deſſen Belehnung mit denſelben aber von den Kaiſern hartnäckig verweigert worden war, ernſtlich zu fordern. Friedrich verlangte nur die ſchleſiſchen Herzog⸗ thümer Glogau und Sagan von Maria Thereſia, da⸗ für verſprach er ihr Unterſtützung gegen alle ihre Feinde, außerdem ihrem Gemahle, dem Lothringer Franz, zur Kaiſerwahl ſeine Stimme und außerdem zwei Millionen Thaler zu geben.

Der mit dieſer heikligen Miſſion betraute Baron Gotter durfte ſich bei nur einiger Kenntniß von dem namenloſen kaiſerlichen Stolze keiner verfrühten Hoff⸗ nung auf Erfüllung ſeiner Forderung hingeben und es gehörte eben nur ein kalter, ruhiger Diplomat dazu, um die Angelegenheit an den Mann zu bringen. Es war eine verhängnißvolle Stunde, in der er vor dem Gemahle Maria Thereſia's, dem Factotum des kaiſer⸗ lichen Hofes, Herrn von Bartenſtein, dem böhmiſchen

Kanzler Grafen Kinsky und einigen andern Herren Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. IV. 3