Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
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einen Schmerz, als habe er ſich an etwas Scharfem ge⸗ riſſen. Er griff nach dieſem Gegenſtande es war ein kleiner länglicher Stein mit einer ſehr ſcharfen, ſägeartigen und ganz ſpitz zulaufenden Kante. Ein Gedanke durchfuhr ihn. Die durchs Waſſer weich ge⸗ wordene Lederkappe an der linken Seite des Geſichts von demſelben ein wenig abziehend, fuhr er mit dem ſcharfen, ſpitzen Stein nachdrücklich auf dem angeſpann⸗ ten Leder auf und nieder und bald hatte er die Freude, einen tüchtigen Riß durchgeſcheuert zu haben.

Im Verlauf von einem kleinen halben Stündchen hatte er das Vordertheil der Kappe ſo zerfetzt, daß es nur noch der Arbeit, ſie unterm Kinn loszulöſen, be⸗

durfte, um ſie dann ganz von ſich zu werfen. Auch

dies gelang, wenn auch mit mehr Anſtrengung, denn der Zug, durch den ſie unterhalb des Kinns und im Nacken zuſammengehalten wurde, bot viel Widerſtand. Er ſah! Tiefe Dämmerung lag über Land und Strom gebreitet, aus letzterem hoben ſich einzelne weißliche Schwaden wie Nebelgeſtalten, die Luft war ſehr ab⸗ gekühlt und es fröſtelte ihn empfindlich, aber die Wohl⸗ that, ſich gerettet zu wiſſen, überwog dieſen Schauer. Er ſah ſich am linken Donauufer, in nicht allzuweiter Ferne vom Praterwalde, und wenn auch fremd und un⸗