Teil eines Werkes 
4. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

vewickeln, was ihr Emporkommen, ihr ans Ufer Getrieben⸗ werden unmöglich machte. Nur wenn der Strom heftig anſchwoll, und das war gewöhnlich zur Frühjahrszeit nach dem Schmelzen des Eiſes und Schnees, geſchah es, daß ſolche Körper aus der feſten Umarmung des Schilfes herausgeriſſen und gewaltſam an den ſeichten Rand der Einbuchtung befördert wurden, wo man ſie ſpäter, ſo⸗ bald die Flut ſich wieder geſetzt hatte, fand.

Der Umſtand, daß ſie faſt alle an Händen und Füßen gebunden waren, ward Urſache, daß man dieſem Waſſereinſchnitt den ſchon erwähnten und gewiß ſehr bezeichnenden Namen gab. Die auf dieſe ſchänd⸗ liche Weiſe Gemordeten gehörten in der That den armen Seelen an, denn man erkannte keinen derſelben, ihre Körper waren meiſt zu weit in der Verweſung vor⸗ geſchritten.

Die Freiheit ſeiner Hände war für Fortunatus der günſtige Umſtand, ſeine Rettung aus dieſem ihm bereiteten ſichern Grabe zu bewerkſtelligen. Seine Schwimmfertigkeit erhob ihn aus der Tiefe, obwohl er alle ſeine Kräfte anſtrengen mußte, ſeine zuſammen⸗ gebundenen Füße hier und da aus dem ſie umſchlingen⸗ den Schilfe herauszuarbeiten. Unmöglich war's ihm jedoch, ſeine ziemlich feſt anliegende Kopfverhüllung ab⸗ zuſtreifen, und nur daß, ſobald er mit dem Kopfe über