Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

209

ſofort den Vortheil ein, durch das kluge Vorgehen, mittels deſſen ich deine Gemahlin den Augen der Welt entzog, Dich zu meinem Freunde zu gewinnen. Du ſiehſt, Fortunatus, ich bin nicht uneigennützig. Es iſt eine Leidenſchaft von mir, zu berechnen, zu calculiren.

Und hinſichtlich meiner Freundſchaft ſollſt Du nicht falſch calculirt haben! rief der junge Graf warm⸗ herzig.Laß uns aber eilen, es iſt in wenigen Mi⸗ nuten fünf Uhr.

Sogleich!

Der Baron ſchellte ſeinem Diener, der bald darauf, aber mit einem Billet eintrat.Von wem das? fragte ihn ſein Herr.

Von Seiner Excellenz dem Herrn Obriſthofmeiſter Ihrer Majeſtät, dem Herrn Grafen Paar.

Verdammt! fuhr der Baron zornig auf.Gibt's denn keinen andern Cavalier in Ihrer Majeſtät Hof⸗ ſtaat als mich, daß man immer und immer meiner ge⸗ denkt, wenn eine Aushülfe nöthig iſt?

Er las die wenigen Zeilen des Billets laut:Graf Rothkirch iſt plötzlich unpaß geworden und wird Herr Baron von Warkotſch erſucht, ſtatt ſeiner bei Ihrer Majeſtät Roſenkranzandacht zu fungiren.

Ich bin doch nie freier Herr meiner Zeit! äußerte der Leſende unwillig, das Papier in der Hand zuſam⸗ Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. III. 14