Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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na, da iſt's nicht ſicher. Von einer bin ich's feſt überzeugt, daß er ſie ins Netz gebracht hat.

Ahl

Das junge Blut thut mir in der Seele leid. Wenn man die retten könnte, ehe es vielleicht zu ſpät wird. Wenn Sie ſich damit befaſſen wollte, Fräulein, könnt's wohl möglich ſein.

Was denkt Sie denn, Frau Binſe! Ich kenne ja keine Menſchenſeele in der Stadt.

Iſt auch nicht nöthig. Das junge Fräulein iſt bei Hofe, ein zartes Püppchen. Will's Ihr ſagen, wer es iſt; aber reinen Mund gehalten. Man darf der⸗ gleichen nicht an die große Glocke hängen. Es iſt das Geſellſchaftsfräulein von unſerer Prinzeß Amalie.

Marie von Rönnenkamp!

Den Namen kenne ich nicht; aber vorgeſtern, Sonntag, war ſie mit den beiden Prinzeſſinnen bei ihm. Ich ſtand auf dem Gange und bemerkte ſie in Doctors erſtem Zimmer, wo ſie ſich die Bilder beſah, die er da an den Wänden hat aufhängen laſſen. Ich ſtand hinter einer hölzernen Säule ſo gut gedeckt, daß ſie mich nicht bemerken konnte. Plötzlich kommt der Doctor in aller Eile und ſie redeten ungemein eifrig mit einander. Das Fräulein hatte ihre Hände, als wenn ſie beten wollte, in einander gefaltet zu ihm auf⸗

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hi