Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23*

Es iſt ein Mißbrauch meiner Güte, mich mit derlei Allotrias zu behelligen.

Frau Binſe ſchien von dieſem Niederſchlagen ihrer Hoffnung wie vom Donner gerührt zu ſein. Obwohl mit einem außerordentlich ausgiebigen Mundwerke begabt, fehlte ihr jetzt doch für den erſten Moment die Fähig⸗ keit, ihren Schreck wie ihren tiefen Verdruß auszu⸗ drücken. Indeß dieſe Lähmung, die bei ihr zu den un⸗ gewöhnlichſten Ereigniſſen ihres Lebens zählte, war von keiner langen Dauer. Die Arme in die Seiten geſtemmt, hob ſie an:

Alſo abgewieſen! Soll meine allerfürtrefflichſte, gnädigſte Durchlaucht mit derlei Allotrias nicht behelli⸗ gen? J, das iſt ja ganz prächtig! Na, mir kommt nicht. Durch wen ſoll man denn zu ſeinem Recht gelangen? Hm, möcht's wiſſen. Beim gnädigſten Herrn Durch⸗ laucht? Du meine Güte! Da käm' man recht aus dem Regen in die Traufe. Recht Recht nichts als Kinkerlitzchen beim gnädigſten Herrn Durchlaucht, nur er hat Recht, alle andern Leute nicht, das kennt man ſchon. Und' iſt alſo nichts, wenn'n reſpectables Weibsbild ſich grämt, daß es zum Narren gehalten, zum Subject gemacht worden iſt, mit dem man ſich einen Jux ma⸗ chen kann? Recht hübſch das, recht hübſch; aber ich bin nicht die Perſon, die ſo leicht locker läßt, ich will