wißheit zu haben. Deshalb ſprach Herr Leupold von dem guten Bewußtſein, das ein Staatsdiener, der in ſo hohen Aemtern ſtehe wie er, haben könne, ſobald er ſich der Macht und des Einfluſſes, die ſeine hohe Stel⸗ lung ihm böten, jederzeit zum Beſten des Monarchen und des Landes bediene.
„Gewiß, Eure Liebden ſprechen da eine unumſtöß⸗ liche Wahrheit aus“, ſtimmte der junge König bei.„Ich habe genug Gelegenheit zu der Bemerkung gehabt, wie übel in vielen Fällen die Macht der Stellung und der aus ihr nothwendig entſpringende Einfluß angewendet wird. Meines höchſtſeligen Vaters Regierung weiſt ſolche Beiſpiele auf. Ich erinnere Eure Liebden nur an Grumbkow. Sie werden mir beipflichten, daß ich, da⸗ durch belehrt, kein Verlangen nach ſolchen unliebſamen Selbſterfahrungen hegen kann. Ein König muß das ganz ſein, was er ſein will und von Gott und Rechts⸗ wegen ſein muß, ein Herrſcher, deſſen Entſchließungen unter allen Umſtänden unbeirrt und frei bleiben, wel⸗ cher über den Parteien ſteht, wie die Sonne über dem Wolkenkreis. Deshalb ſtellte ich als erſten Satz meines Regierungsprogramms hin, daß, ſolange ich König ſein werde, die Macht nur allein mir gehöre und ich von
Niemand irgendwelchen Einfluß dulde. Ich halte mich
überzeugt, daß Eure Liebden dieſem meinem Vorſatz


