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Schöpfer der Verewigte geweſen. Früher hatte er es nicht erkannt, aber jetzt ſtieg es mächtig wie ein Wandel⸗ bild vor ihm auf, deſſen Farbentöne ſich tief einprägen in die Erinnerung.
Er gedachte ſeiner Vorgänger auf dem Throne. Der große Kurfürſt, ſein Urgroßvater, hatte die Un⸗ abhängigkeit ſeines Hauſes, ſein Großvater Friedrich, der erſte König, deſſen Glanz begründet, ſein eben ver⸗ ſtorbener Vater aber die innere Macht und Stärke deſſelben feſtgeſtellt. Und was war nun ſeine eigene Aufgabe? Der ſterbende Vater hatte ſie ihm in ſcharfen Zügen vorgezeichnet, und wie verſchieden auch ſeine An⸗ ſchauungen und Neigungen von denen des Heimgegan⸗ genen waren, darin wollte er deſſen würdiger Sohn ſein, daß er ſie treu erfüllte, und daß er es konnte, was ſchon lange im Stillen, unter der Hülle der fröhlichen Tage von Rheinsberg, in ſeiner Seele zum feſtſtehenden Entſchluſſe geworden und glücklicherweiſe mit den väter⸗ lichen, ein Leben lang geheim gehaltenen Abſichten ſo vollſtändig übereinſtimmte, das verdankte er nur ihm, der die Mittel dazu beſchafft..
Herr Leupold von Deſſau ließ ſich bei ihm melden.
Jede Spur einer Thräne ſchnell verwiſchend, em⸗ pfing er ihn.
Der alte Herr hätte von ihm die Selbſtbeherrſchung
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