Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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177 lunke des alten Spahn an die friſche Luft geſetzt. Da⸗ durch ein wenig munter geworden, hatte er ſich wahr⸗ ſcheinlich nach Hauſe begeben wollen, war aber in der Finſterniß und im Nebel des Rauſches in einen ſeichten Waſſergraben geſtürzt und liegen geblieben. Die nach

Nitternacht eingetretene ſtarke Kühlung und das Liegen im Waſſer hatten eine ſo gefährliche Erkrankung Scho⸗ mer's, den man erſt am Morgen aufgefunden und nach ſei⸗ ner Wohnung gebracht hatte, zur Folge, daß jeder ärztliche Beiſtand ſich als unnütz erwies. Sein vom Trunk zer⸗ rütteter Körper erlag nach einem mehrwöchentlichen Krankenlager. Frau Doris übte treulich ihre Pflicht an dem tief Geſunkenen und ſchwer dafür Leidenden, der, wie es ſchien, die Sorgfalt mit Rührung und Reue anerkannte, die ſie ihm erzeigte. Noch kurz vor ſeinem Tode bemächtigte er, dem ſchon die Sprache verſagt war, ſich ihrer Hand und küßte ſie.

Während aber alles dies ſich abwickelte, hatte ſich eine große weltgeſchichtliche Veränderung vollzogen, deren vollſtändiger Entfaltung man nicht nur in Ber⸗ lin, ſondern auch im ganzen Preußenlande, ja in

ganz Deutſchland mit Spannung entgegenſah. Als

in Berlin ſich wie ein Lauffeuer die Nachricht verbrei⸗ tete, der Kronprinz ſei, von Rheinsberg zum ſter⸗ benden Vater nach Potsdam berufen, daſelbſt einge⸗ Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. II. 12