Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„Wenn Er, Herr Bank, nicht mit unauflöslichen Ketten ſich an ſein Soldatenthum gebunden fühlt, dann könnte mein Schwager Ihm vielleicht beiſtehen, daß

Er einen guten Poſten in einem Gerichtsbureau be⸗

käme; aber freilich, da müßte Er ſich ihm verbindlich machen; ich meine nicht auf die Manier wie jetzt, wo er in Ihm nur eine Einquartierungslaſt, einen Aufpaſſer, ja, ich ſag's ihm mit dürren Worten gerade heraus, einen Menſchen ſieht, der, wenn's möglich wäre, ihn ins größte Unglück ſtürzen möchte. Sein Kamerad möcht's wenigſtens, das iſt ein böſer Mann, von Ihm aber kann ich's nicht glauben. Ein gebildeter Mann gibt ſich nicht zu ſolchem ſchnöden Handwerk her, und noch obendrein, wenn es Ihm eher Schaden als Nutzen bringt.“

„Will ich auch nicht, Herzensweibel, will's auch nicht. Meint Sie wirklich, daß der Herr Advocatus etwas für den Fall der Auflöſung unſeres Regiments für mich thun wollte?“

„Mein Herr Schwager iſt ein Mann, der es nie ver⸗ gißt, wenn ihm Jemand eine Gefälligkeit erwieſen hat.“

„Welche könnte ich demſelben erweiſen?“

„Will Ihn gleich auf etwas aufmerkſam machen. Sein Kamerad hat mit meines Schwagers Schreiber, dem Wilm, eine Art Freundſchaft geſchloſſen.“