Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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als das unverfälſchteſte Getränk hat angeprieſen. Da iſt denn empört von ſolchem unerhörten Geize Gabirol aufgeſtanden und hat ein Spottgedicht vorgetragen auf den ſchmuzigen Gaſtgeber, das noch heut in ſeinen geſammelten Schriften zu finden iſt. Es lautet:

Es endet der Wein O qualvolle Pein! Das Auge thränet Von Waſſer!

Der Siebziger*), der iſt voll Jünglingsfeuer,

Weg treibt ihn das Neunziger*)⸗Ungeheuer.

Nun laſſet das Singen, das Glas will nicht klingen Voll Waſſer, voll Waſſer, voll Waſſer!

Wie ſoll ich die Hand nach dem Brode ausſtrecken, Wie kann denn dem Gaumen die Speiſe noch ſchmecken? Ich werde ganz wild, weil die Gläſer gefüllt

Mit Waſſer, mit Waſſer, mit Waſſer!

Durch Moſes ward ruhig das Meer und ſein Toſen, Der Nil ward zum Sumpf'; doch bei unſerm Moſen, Ach Himmel, da träuft's, ach Himmel, da läuft's Von Waſſer, von Waſſer, von Waſſer!

Ich werde am Ende dem Froſche noch gleich Und quake mit ihm in dem ſchilfigen Teich. Der wird es nicht müd', zu ſchreien das Lied: Quak Waſſer! Quak Waſſer! Quak Waſſer!

*) Der Wein, hebr. Jajin, hat 70 an Zahlenwerth. **) Das Waſſer, hebr. Majim, hat 90 an Zahlenwerth.