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unſere frohen Stunden, um die wir uns ſelbſt betrü⸗ gen, wenn wir ſie in thörichter Kopfhängerei unge⸗ nützt vorübergehen laſſen. So iſt mein Denken und Thun, Durchlaucht. Ich ſchaue mit hellem Blicke vor⸗ wärts und faſſe das Leben mit der Luſt eines Kindes auf, das ſich an einem bunten Bilderbogen ergötzt, unbekümmert darum, daß deſſen Rückſeite weiß und leer iſt.“
Herr Leupold hatte dieſer Erklärung des Doctors mit großer Aufmerkſamkeit zugehört, doch kaum ſchwieg dieſer, ſo faßte er ihn bei beiden Schultern, und ihn derb ſchüttelnd, ſchrie er mit Poſaunenſtimme:„Straf' mich Gott, Er gefällt mir! Er bleibt hier— Er muß hier bleiben, ich laſſe Ihn nicht fort— ſoll Hofmedi⸗ cus werden. Der alte Grumbach pfeift ohnehin auf dem letzten Loche, wird bald abfahren, dann iſt Er Hofmedicus. Will Er?“
„Durchlaucht gnädigſtes Anerbieten nehme ich dank⸗ bar an.“
„Das iſt geſcheidt von Ihm. Will Ihn auch ſou⸗ teniren und nicht lumpig. Aber ein Vocativus iſt Er
doch bei alledem.“
„„Inwiefern, Durchlaucht?“ „Er hat mir da etwas von einem Nachbarkinde erzählt,
um deſſentwillen Er ſo in der Welt herumwandere.“ Franz Carion, Ein deutſcher Fürſt. I. 10


