Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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überwunden, von allen gefürchtet. Der Tod iſt eine ewige Majeſtät, vor der die aller Könige und Kaiſer wie Spreu zerſtiebt. Der Arzt lernt nicht allein am Todten den Sitz der Krankheiten erkennen, er lernt auch erkennen, wie nichtig alle Menſchengröße, aller Men⸗ ſchenruhm iſt und wie der Ruhmreichſte gleich wird dem Geringſten, wenn der Tod ihm naht. Durchlaucht, es ſind heilige, geweihte Stunden im Leben eines Arz⸗ tes, wenn er an Sterbebetten ſteht. Kann er auch das fliehende Leben nicht verlängern, den Tod nicht bannen, ſo fühlt er doch, wie reich ihn Gott begnadet hat, indem er ihn zum rechten und mit unerſchütter⸗ lichem Muthe ausgerüſteten Kämpfer gegen einen ſteten Sieger, wie der Tod einer iſt, gemacht hat. Ja, Durch⸗ laucht, das iſt ein großes und herrliches Bewußtſein! Wie wäre es da möglich, daß ein Arzt, dem ſein Ge⸗ wiſſen ſagt: Du haſt gethan wie ein echter Kriegshaupt⸗ mann und dem Unüberwindlichen Widerſtand entgegen⸗ geſetzt nach deiner beſten Kraft, Furcht und Zagen vor einem Menſchen haben könnte, und wäre dieſer mit aller irdiſchen Majeſtät bekleidet! Dieſe Furcht⸗ loſigkeit, Durchlaucht, duldet keine Heuchelei, keine Krie⸗ cherei neben ſich, weil ſie ein Quell der Wahrheit iſt und zugleich die Mutter des Glückes, das Leben mit heiterem Blicke anzuſehen; denn was iſt kürzer als