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„Bin ich ſchon todt, Liebden, daß die da vor der neu aufgehenden Sonne ſich beugen, damit ſie ſie recht gnädig beſcheine?“ fragte er den Deſſauer und über ſein fahlgelbes Antlitz zog ein düſteres Roth des höchſten Grades von Grimm hin.
Dieſe Frage, die alle gehört hatten und welche einen gewiſſermaßen ſo verſteinernden Eindruck auf ſie machte, daß ſie das Niederſitzen außer Acht ließen und ſtehen blieben, ſchüchterte den Kronprinzen jedoch nicht ein; er trat ehrerbietig auf ſeinen königlichen Va⸗ ter zu mit den Worten: 3
„Eurer Majeſtät, meinem allergnädigſten Herrn Vater, bringe ich meinen unterthänigſten Handkuß als—“
„Gut, gut, weiß ſchon“, fiel ihm der ſchwer erzürnte Monarch, ihm die erfaßte Hand unwillig entziehend, ins Wort, und den Blick zornig über die Geſellſchaft ſtreifen laſſend, rief er, Herrn Leupold's Arm ergrei⸗ fend, als wolle er ſich eine Stütze ſichern:„Und der alte Flanz auch, der Glaſenapp, der Dönhoff, der von der Marwitz? Alle abgefallen von mir vor der Zeit?
Alle!'s iſt bitter,'s iſt bitter! Können's nicht erwarten, daß—“ Die Stimme verſagte ihm in der ungeheuern Aufregung. 8 „Mein allergnädigſter Herr und Vater!“


