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Der alte General Flanz ſchrie mit ſeiner ſchneidigen Trompetenſtimme über die Tafel hin:„Lichte her! Alle Lichte her! Und die Karte von Europia!“
„Was hat der Flanz?“ fragte der König den ne⸗ ben ihm an der linken Längsſeite der Tafel ſitzenden Generallieutenant von Natzmer.
„Was wird er haben! Iſt mit dem Holſteiner wie⸗ der einmal in Carambolage gekommen“, lautete die Antwort.
Und das war volle Wahrheit, denn Flanz und der Holſteiner⸗Herzog lagen miteinander in beſtändiger Fehde, die jedoch jederzeit zur größten Ergötzlichkeit der Tabagiegenoſſen gedieh.
Es trat eine tiefe Ruhe ein. Man hatte dem alten Flanz alle Lichter hingeſchoben, ſodaß die vor ihm lie⸗ gende Karte von Europa hell genug beleuchtet wurde, um ihn die kleinſten auf derſelben verzeichneten Ortsnamen ſehr deutlich erkennen zu laſſen. In ſichtbarer Angſt fuhr der alte Kriegsknecht mit dem Zeigefinger auf der Karte in allen Richtungen herum.
„Was ſucht Er ſo emſig, Flanz?“ fragte der König.
„Majeſtät, ick ſuke dat Ryk(Reich) det Hertogen von Holſteen. Dat muß en recht kleen Land ſin, weil ick et gar nich finden kann, und doch makt ſick


