Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Dieſer für den alten Deſſauer höchſt wichtige Wink ſeines königlichen Freundes, dem er ſonſt in Gewalt⸗ thätigkeiten keineswegs nachſtand, würde jedenfalls An⸗ laß zu weitern Auseinanderſetzungen über den Stand⸗ punkt und das Recht eines Familienoberhauptes geworden ſein, denn Seine Majeſtät liebte es, bei ſolchen Gelegen⸗ heiten mit Vorliebe der Gebräuche der altteſtamentli⸗ chen Zeit zu gedenken, wo des Familienhauptes Wille als einzig gültige Entſcheidung angeſehen wurde.

Dergleichen Erläuterungen, zugleich Zeugniſſe für den bibliſchen Sinn des Königs und ſeiner Beleſenheit in dieſem Buche der Bücher, wenn ſie mit ſeinen An⸗ ſichten vom Herrenrechte vollkommen übereinſtimmten, erfolgten ſtets mit dem Anſtrich eines großen Wohl⸗ wollens von ſeiner Seite, und beſonders Herrn Leupold gegenüber, von dem er wußte, daß derſelbe an den bibliſchen Erzählungen zuweilen bedeutendes Aergerniß nahm, da die jüdiſche Kriegführung ſeinen Anſichten nach nur Katzbalgereien unter Lumpenkerlen geglichen und ſogar ein Eſelskinnbacken ihnen zum Siege hätte verhelfen müſſen, würde er dieſes gediegene Erläute⸗ rungsthema gewiß nach allen Seiten hin beleuchtet haben, wenn nicht etwas dazwiſchen gekommen wäre, was aller Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm und ſchließlich das laute Gelächter des ganzen Collegiums zur Folge hatte.