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die projectirte Reiſe mit Sr. Majeſtät nach Böhmen ihn nicht unvorbereitet finde.
Die Fürſtin fühlte es ſehr gut durch, daß er ſich nur ſo raſch entfernt habe, um ſeiner ſelbſt Herr zu bleiben. Sie hatte abſichtlich einen Zweifel in ihre Bemerkung über der Tochter Krankheitszuſtand gelegt, um ihn mit dem Gedanken an den möglichen Fall ihres Ablebens vertraut zu machen. Sie ſelbſt glaubte ſich nicht zu täuſchen, wenn ſie dieſen Fall als eine ſehr nahe gerückte Gewißheit anſah, denn ein raſche Fortſchritte machendes Zehrfieber hatte das blühende Leben der jungen Fürſtin gebrochen; nur ein Wunder hätte es wieder aufrichten können.
Von Berlin lief die Weiſung an Herrn Leupold ein, gegen Ende Juli ſich daſelbſt einzufinden, um mit Sr. Majeſtät die Reiſe nach Böhmen anzutreten. Indeß als der Tag ſeines Abgangs nach Berlin kam, traf auch zugleich von ſeiner in Bernburg ſich be⸗ findenden Gemahlin die Nachricht von bedeutendſter Verſchlimmerung der Krankheit der Fürſtin Louiſe ein und von deren ausgeſprochenem Wunſche, noch zum letzten Male ihren gnädigſten Papa an der Spitze ſei⸗ nes ſchönen Halleſchen Regiments aus den Fenſtern ihres Schloſſes ſehen zu können.
Herr Leupold brüllte beim Empfang dieſer Kunde


