Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

181

—

die Hände, das war ſo ganz in ſeinem Geſchmacke, und dieſer durchlauchtige Beifall rief natürlich die unver⸗ antwortlichſte Rückſichtsloſigkeit ins Leben. Die größ⸗ ten und untadelhaft gewachſenen Studenten wurden förmlich abgefangen und zu Soldaten gemacht. Waren ſie einmal eingekleidet, ſo gab es kein Mittel, ſie wieder aus dieſem Sklavenjoche zu befreien, jede Bitte, jede Vorſtellung oder Beſchwerde bei dem Fürſten war ver⸗ geblich. Unter ſolchen Umſtänden war vorauszu⸗ ſehen, daß die in höchſter Blüte ſtehende Univerſität ſyſtematiſch werde zu Grunde gerichtet werden; Beſ chwer⸗ den ohne Zahl wurden nach Berlin abgeſchickt. Auch ſie ſchienen an kein zur Abhülfe geneigtes Herz zu ge⸗ langen, Alles blieb beim Alten. Der Bürger ſeufzte im Stillen unter der beſtialiſchen Rohheit der Garni⸗ ſon, doch er ſchwieg, weil ſeinem Gedächtniß noch allzu lebhaft die Art und Weiſe vorſchwebte, wie der die Willkür über Alles ſtellende deſſauer Fürſt Proteſta⸗ tionen oder Widerſtand zu berückſichtigen pflegte. Prächtige Schatten ſpendende Bäume hatten den Domplatz zu einem Erholungsort für die Hallenſer gemacht; dieſer lebendige grüne Schmuck ihrer Stadt war ihnen lieb und theuer geworden, ſodaß ſie das Anſinnen des Fürſten, ihm den großen freien Raum zum Exercirplatze zu überlaſſen, als unſtatthaft von