Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

175 ſie von Frau Martha im ganzen Leben nicht er⸗ wartet hätte. Dergleichen drang allerdings nicht tief bei ihm ein; aber es war zu ſehr in ſeinem Ge⸗ ſchmacke, daß ein Anderer ihm die Meinung frank und frei von der Leber herunter ſagte, als daß er einen Verdruß über die Frau hätte empfinden ſollen; im Gegentheil war es genau mit dem in ihm feſt wurzelnden Rechtsſinne übereinſtimmend, dem Muthigen, der ſich den Henker um ſein Poltern und Fluchen ſchor, jede Art von Vertheidigung, war ſie auch noch ſo gröblicher Art, als ein unbeſtreitbares Recht zuzugeſtehen, was jenem ſogar ſeine Achtung, ja ſeinen Beifall eintrug.

„Man merkt's, daß das Weibsſtück einen Geiger in der Verwandtſchaft hat“, brummte er, ſich in den Sattel ſchwingend.„Sie hat mir ganz raiſonnable aufgeſpielt. Es war nicht dumm, was ſie ſagte. Na, Jeder pfeift, wie ihm der Schnabel ge⸗ wachſen iſt.“

Und ſeinen Lieblingsmarſch vor ſich hinpfeifend ritt er längs der Mulde nach der Brücke hin in ziem⸗ lich guter Laune, die, als er nach Hauſe kam, noch be⸗ deutend erhöht wurde, denn er fand vom Kurfürſt⸗ König Auguſt eine eigenhändige Einladung vor, das von dieſem durch ſeinen Hang zu Pracht und Verſchwen⸗