155 ließ Se. Durchlaucht es nicht fehlen. Zur würdigſten Aus⸗ ſtattung ſolcher Feſtlichkeit entfaltete Herr Leupold eine ſeinem Weſen ſonſt ganz fremde Verſchwen⸗ dungsluſt, und beſonders bei dieſer Vermählungsfeſt⸗ lichkeit, wo es ihm nicht nur galt, ſeine fürſtliche Ehre, ſondern auch die Liebe zu ſeiner Tochter hell vor aller Welt leuchten zu laſſen. Deſſau hatte auf lange Zeit Stoff zur Unterhaltung, und wenn man von dem Aufwande ſprach, der dieſe Vermählungsfeier ſo beſonders ausgezeichnet hatte, ſo vergaß man doch auch nicht von dem tief bewegten Abſchiede zu reden, den Herr Leupold von ſeiner Louiſe genommen.
Das war eine ſchwere Stunde in dem Leben dieſes Mannes geweſen, in deſſen Gemüth oft alle Lichter der Milde und Barmherzigkeit ausgelöſcht ſchienen, der mit kalter, grauſamer Ruhe, ja ſogar mit geheimem Ver⸗ gnügen harte Strafen für Vergehungen verhängen konnte, die oft kaum der Rede werth waren, bei dem Menſchen⸗ glück und Menſchenleben federleicht wogen, während ſein Ingrimm, ſein Haß, ſeine Kriegsluſt als allein geltende ungebändigte Leidenſchaften alles ihm im Wege Stehende niedertraten.
Man erzählte ſich, er habe, als er an demſelben Mor⸗ gen, wo ſein Liebling, die nun vermählte bernburger Fürſtin, mit ihrem Gemahle ihrer neuen Heimat zu⸗


