13
welches jahrelang ſo bittere Leiden über ihn verhängt hatte, noch zu guter Letzt all ſeine Widerwärtigkeiten ihm und ſeinen Hoffnungen in den Weg geworfen zu haben. Nicht nur daß Brommer's unerſchütterliche Einwilligungsverweigerung zur Ehe ſeiner Sibylle mit dem Langermann'ſchen Neffen einer unüberbrückbaren Kluft glich, ſondern auch der Umſtand, daß der lange Libuſch vom Hofgärtner nicht mehr ſo beſchäftigt wurde, daß Regina, ohne Andere aufmerkſam zu machen, ſich ihm nahen konnte, drängte die Möglich⸗ keit einer Verſtändigung mit ihr ganz und gar in den Hintergrund. Sie war förmlich abgeſchnitten von aller Beziehung zu Hubert. In großer Herzensangſt promenirte ſie zwei Tage nach jenem harten Zu⸗ ſammenſtoß zwiſchen Herrn Leupold und dem Feld⸗ webel durch die Gartengänge, an deren Bäumen— der September hatte begonnen— ſchon manches Blatt ſich zu färben anfing; aber dafür hatte ſie keinen Blick. Das Auge zu Boden geſenkt, ging ſie langſam, nur in ihr eigen Leid vertieft, dahin. Im Schloſſe fragte jetzt Niemand nach ihr, das wußte ſie. Der bernburger Vetter war, auf einem Ausflug nach Dresden begriffen, zu Beſuch bei ſeiner Braut, der Prinzeß Louiſe, am frühen Vor⸗ mittag eingetroffen und wollte in den Nachmittags⸗ ſtunden wieder abreiſen. Deswegen brauchte ſie jetzt
———


