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das Brandmal der Lüge aufdrücken zu wollen. Nehme Sie ſich ein Beiſpiel an dem Gottfried Langermann, der, zur Einſicht gekommen, jetzt durch eine ſeinem Stande und der Vernunft entſprechende Verheirathung ſeine Verirrung vergeſſen zu machen ſucht; Sie aber iſt, wie ich jetzt zu meiner Ueberraſchung erkenne, ein trotziges Gemüth, Sie—“
Ihre Rede wurde durch die Meldung der Kammer⸗ frau unterbrochen, Frau Martha Langermann laſſe die gnädigſte Frau um Audienz bitten.
„Sie ſoll kommen“, ſagte die Fürſtin, und mit merkbar ungnädigem Tone Regina befehlend, mit der Arbeit aufzuhören und zu warten, bis ſie ſie werde rufen laſſen, wendete ſie ſich von ihr ab. Regina fühlte ſich ſo tief erſchüttert von dieſem Zeichen der Unzufriedenheit ihrer ſonſt ſo gütigen und wohlwollenden Herrin, daß ſie einen Thränenguß nicht zurückhalten konnte.
„Werde Sie vernünftig, dann vergeſſe ich dieſe Stunde“, ſprach die Fürſtin, welche ihr Weinen hörte. „Uebrigens eins ſage ich Ihr jetzt, damit Sie ſich damit vertraut machen kann“, fügte ſie ſehr ernſt und nachdrucksvoll hinzu.„Ihre Heirath mit dem Bonna⸗ for betreibe ich von nun an, daß Sie es weiß. Ich könnte es nicht verantworten, daß Sie das Glück


