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ſicht verſchaffte, für immer einen feſten Platz zu ge⸗ winnen. Das ſchlichte, ehrliche Weſen Gottfried Langermann's ſagte dem Kaiſer ſehr zu, die Unkennt⸗ niß und Unbeholfenheit des jungen Deſſauers in Allem, was am Hofe Sitte und Brauch war, machte dem hohen Herrn ungemeinen Spaß, obwohl er nie⸗ mals den Mund zu einem Lächeln verzog, was ein Verſtoß gegen die kaiſerliche Würde und die damit verbundene Grandezza geweſen wäre, und die mancher⸗ lei Anekdoten, welche Gottfried von ſeinem kriege⸗ riſchen Landesvater zu erzählen wußte, vergnügten ihn außerordentlich, ſodaß der Begünſtigte ohne Ueber⸗ treibung von ſich ſagen konnte, die Wiener Sonne wärme ihn beſſer als die Deſſauer.
Eines Tages war Hubert nicht wenig über⸗ raſcht, als er, in der Mittagsſtunde aus der Kanzlei nach Hauſe kommend, Bille ganz beſonders heiter er⸗ blickte und dieſe ihm heimlich einen Brief von Gott⸗ fried Langermann zeigte, den ſie vor kurzem erſt von einem nach dem Korporal Philipp fragenden fremden Jäger empfangen, mit dem Bemerken, die Mutter dürfe nichts davon wiſſen. Das überglückliche Mädchen vergaß faſt in der großen Freude über die von Gott⸗ fried erhaltenen guten Nachrichten, daß es an Hubert den Auftrag auszurichten hatte, der Fremde erwarte


