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der Diener, er ſchritt mit ſchweigender Verachtung an ihnen vorbei nach ſeinem Stübchen. Sein Hirn hatte ein Gedanke möglicher Rettung durchzuckt, und wenn er vereitelt wurde, was konnte er noch weiter verlie⸗ ren? Seine Freiheit hatte er ja ſchon verloren.
Er packte ſeine Wäſche in die Taſche, wobei er ſeinen Geldbeutel, ohne daß es auffiel, zu ſich ſteckte. Der Gehorſam, mit dem er Alles that, nahm den ihn Bewachenden jede Urſache zur Unzufriedenheit, ſie hat⸗ ten nicht nöthig, ihn zu größerer Eile anzutreiben, er eilte von ſelbſt bei ſeiner Beſchäftigung.„Meinen Hut“, ſagte er ſich umſehend, als die Taſche zuge⸗ ſchnallt auf dem Tiſche lag. In der weit offen ſtehen⸗ den Kammer hing der Hut am Nagel, er ging hinein, nahm ihn herab, verlor ihn aber aus der Hand, ſodaß er hinter die Thür fiel. Indem ſich Hubert danach bückte, warf er die Thür heftig ins Schloß, ſchob eiligſt den innern Riegel vor, und den Hut ſich auf den Kopf drückend, wagte er durch das ſchnell aufgeriſſene Fenſter den Sprung aus der Höhe eines Stockwerks.
Schwer erſchüttert durch den ganzen Körper, ver⸗ mochte er in den erſten Augenblicken nicht ſich zu be⸗ wegen; aber die Noth ſeiner Situation überwog den Schmerz, den er empfand, die Minuten mußten benutzt werden. An den Hofraum ſtieß der Garten, nur durch


