Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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geben oder wenigſtens in deſſen Nähe, um klar zu ſehen und wenn möglich eine Wendung in ſein Schick⸗ ſal zu bringen, mochte es ſein, welche es wollte. Nur ein Umſtand hielt ihn noch von gänzlichem Verzagen ab. Wenn er an das in ſeiner Umhängetaſche vorge⸗ fundene Zeugniß des verſtorbenen Schreibers Philipp Gruner dachte, ſo erſchien es ihm mehr als wahrſchein⸗ lich, daß, da ſelbiges nur von ſeinem treuen Gottfried ſtammen konnte, auch jedenfalls ſeine Mutter mit im Einverſtändniß hinſichtlich ſeiner Flucht geweſen ſein müſſe. Sie konnte nicht ſein Verderben wollen, eben⸗ ſo wenig Gottfried, ihre Theilnahme blieb ihm daher eine geſicherte.

Dieſer Gedanke hatte freilich das Schickſal eines zwiſchen Wetterwolken vorbrechenden Sonnenſtrahls, er ging ſchnell wieder im Dunkel unter, mit dem ſeine beängſtigenden Phantaſien ihn gleichſam umhüllten.

Eines Abends, wo dieſer quälende Widerſpruch ihn beſonders in Anſpruch nahm, durchlas er das Zeugniß Philipp Gruner's. Es war eine rein mecha⸗ niſche Handlung, wie man dergleichen in Momenten vornimmt, wo man ſich vom Zweifel in ein Labyrinth ſich widerſprechender Hoffnungen und Befürchtungen verſetzt fühlt. Tritte in dem zu ſeinem kleinen Stüb⸗ chen führenden Gange mahnten ihn, das Papier zu