Teil eines Werkes 
3. Bd. (1870)
Entstehung
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Der Hofjuwelier flüſterte Jürg Weber zu:Zetzt habe ich etwas weg.

Nun?

Seine Elſe, Herr, iſt im Complot geweſen, hat Zephanja damals fortgeholfen, denn umſonſt ſchenkt Nie⸗ mand fünfundzwanzigtauſend Francs zum Angebinde. In dem verſiegelten Papier liegt die Schenkungsurkunde dieſer von mir hier zinsbar angelegten Summe. Ich weiß es.

Das will ich ſogleich erfahren, ob ſie die Heimliche geſpielt hat oder nicht, meinte Jürg.Es iſt aber gar nicht denkbar, denn meine Elſe hat's Schweigen nicht gelernt.

Er kam jedoch bald zu einer total andern Anſicht. Als er ſie aufs Gewiſſen fragte, ob ſie bei der Flucht der Mademoiſelle Zephanja die Hand im Spiele gehabt habe, ſah ihn Elſe groß an und entgegnete:Wie kommt Er mir vor, Herr Zürg Weber? Nehme Er doch die Bibel zur Hand und ſuche Er da im Buche

Sirach den ſchönen Spruch auf, den Ihr alle mir vor⸗ gepredigt habt: Ein Weib, das ſchweigen kann, das iſt eine Gottesgabe. Und die bin ich, Seine Gottesgabe. Verſteht Er?

Ende.

Druck von Bär& Hermann in Leipzig.