212
von Flemming ſicher, um ihn reden zu machen, zu er⸗ warten waren. Und was dann? Zephanja ſah ſich in eine Situation verſetzt, von der ſie nur Schlimmes zu fürchten hatte, ſelbſt der Hofjuwelier mußte ihr Gegner ſein.
Tiefathmend ſtieg ſie die Treppen nach ihrer Woh⸗ nung hinauf. Kaum hattte ſie jedoch den Gang betreten, als ſie von neuem aufs heftigſte erſchreckt wurde. An ihrer Thür ſah ſie im Dunkel eine Geſtalt ſtehen, die ſie für Charles hielt. Mit vermehrter Haſt eilte ſie vor⸗ wärts mit dem Rufe:„O mon cher Charles!“ aber un⸗ mittelbar an dieſen Ruf ſchloß ſich auch ein Laut des
Schreckens, ſie prallte entſetzt zurück. 3 Gleichzeittg mit dem Rufe Zephanja's war der Prinz die Treppe von der Plattform herabgekommen,
hörte ſie ſeinen Namen rufen und ſah, ſoviel ihm das
Duſter geſtattete, ſie mit einem Schreckenslaut zurück⸗ taumeln. Ohne Bedenken eilte er auf ſie zu; doch ehe er noch ſprechen konnte, ſagte die im Duntkel ſtehende Perſon:
„Aber gute Mamſell Gomel, ſieht Sie mich denn fürn Geſpenſt an? Ich bin doch'n Mädel von ganz
richtigem Fleiſch und Blut und habe hier ruhig auf Sie
gewartet, weil ich mir dachte, Sie wäre beim Herrn Hoſfjuwelier unten und würde bald heraufkommen, denn
—
—py—


