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„O doch, mein Kind, doch. Da hab' ich's ſchon. Jeſus Sirach ſagt: Ein freundliches Weib erfreut ihren Mann, und wenn ſie vernünftig mit ihm umgeht, er⸗ friſcht ſie ihm ſein Herz. Ein Weib, das ſchweigen kann, das iſt eine Gabe Gottes.“
Eine Weile verſtrich, ohne daß die greiſe Frau oder ihre Enkelin ein Wort geredet hätte, dann hob die erſtere an:„Der Jeſus Sirach iſt ein feiner Lehrer in Allem, was das Leben betrifft. Wenn Du über etwas Dir Anſtößiges belehrt ſein willſt, da nimm ihn vor und ich denke, er ſagt Dir mit wenigen Worten ſo viel Kluges, daß ein Anderer mit großen ſchönen Redensarten es nicht beſſer herausbringen könnte. Freilich eins mußt Du dabei ganz weglaſſen, ſonſt nützt Dir auch die Weis⸗ heit Jeſu Sirach's nichts.“
„Was wäre denn das?“
„Du mußt weglaſſen, was vom Uebel iſt, und das iſt die Ueberhebung Deines Willens über die Vernunft deſſen, der ſpäter Dein Mann werden ſoll. Daß der Jürg Dir nicht nachgibt, iſt für Dich eher ein Zeichen von Glück als von Unglück. Du biſt im ſchweren Un⸗ recht gegen ihn und er iſt mir dadurch noch lieber ge⸗ worden, daß er feſt in ſeiner Meinung bleibt. Nimm das zu Herzen und thue darnach, es wird für Dich nur zum Beſten ſein.“


