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„Sieh, Kind, ich bin ſchon hübſch alt, es iſt keine große Freude, ein alter Menſch zu ſein, denn was neben ihm aufwächſt, kennt er nicht und verſteht's auch nicht, 's iſt nicht viel anders, als wenn die jungen Leute in ganz anderer Mundart redeten, die man auch nicht ver⸗ ſteht, und daher iſt's gar närriſch, wenn alte Leutle ſo traurig thun bei dem Gedanken, daß der gute Freund mit der Senſe hinter ihnen drein ſchleichen und in einem ganz unerwarteten Augenblicke ihnen ins Ohr flüſtern könnte: Komm mit ins kühle Kämmerlein, da biſt am beſten aufgehoben und's thut Dir kein Zahn mehr weh. Mir wär's gerade recht, wenn's einmal geſchieden ſein ſoll, denn ich weiß, das Alte und Abgenutzte muß dem Jungen, dem Kräftigen weichen, und hätte drum kein Grämen in mir, wenn mir auch von Dir und vom Jürg Weber Abſchied zu nehmen recht ſchwer werden möchte; aber ſo recht im Herzen hätte ich doch einen Wunſch und ich meine nicht, daß er vermeſſen ſei vor Gott. Ich möcht' nämlich ſo lang leben, bis das Ver⸗ brechen an den Tag gekommen, das dem Archivar Che⸗ und Leben gekoſtet, ſein Weib vor Gram getödtet und den Jürg zu einer Waiſe gemacht hat. Ich glaub's nun einmal nicht, daß der Archivar die große Sünde der Veruntreuung von Documenten begangen, die man auf ihn gewälzt hat.


