11
Bundesgenoſſe, die Majeſtät von Polen, das Muſter der feinſten Repräſentation, gab ſich der Luſt zu rauchen mit einer großen Vorliebe hin, jedoch nur, wenn er die Leip⸗ ziger Meſſen beſuchte, an denen er großes Vergnügen fand, oder wenn er gewiß war, für einige Stunden frei von Damengeſellſchaft zu bleiben.
„Sire, beliebt es Ihnen, ein Pfeifchen zu rauchen?“ fragte Herr Dinglinger in der Hoffnung, ſeinen hohen
Gaſt dadurch zum Verlaſſen ſeines Sitzes zu bewegen.
„As u pelieft, mynheer, en Pipje te smooken?“ ſcherzte der Zaar in Erinnerung an ſeinen Aufenthalt in Holland und ſeine dortigen Freunde. Die Heiterkeit, die dieſer Rückblick ihm gewährte, zeigte ſein durch den Ein⸗ fluß von Wetter aller Art gebräuntes Geſicht wie von einem Sonnenleuchten überflogen.„Ja, ſtopfen Sie die Pfeifen“, ſagte er.„Ich hoffe, mein königlicher Herr Bruder wird nicht zu lange auf ſich warten laſſen.“
Dieſe Weiſung mußte befolgt werden. Der Gold⸗ ſchmied ging an den Tiſch, um das ihm übertragene Ge⸗ ſchäft zu vollziehen.„Wenn nur Jemand käme“, ſprach er verdrießlich vor ſich hin.„Dieſer Zaar iſt gar nicht ſo wie andere Menſchen, er weiß nichts von Gefahr, ſie exiſtirt nicht für ihn. Es ſcheint ihm ſogar Vergnügen zu machen, alles das zu thun, wovon andere Leute ſich entfernt halten. Er liebt das Ungewöhnliche und ich bin


