Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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Ein niedriger Hut, am Rand mit einer ſchwarzen Feder eingefaßt, ſaß ihm auf das linke Ohr gedrückt, wodurch ſeine Stirn faſt zum dritten Theile bedeckt wurde, eine Beſchattung, welche durchaus nicht beitrug, ſeinen Anblick zu einem heitern zu machen; aber der gleichſam kokett ſitzende Hut gab ſeinem Geſicht den Aus⸗ druck von Entſchloſſenheit, welche er in Wahrheit in kei⸗ ner auch noch ſo üblen Situation ſeines thatenreichen Lebens entbehrt hatte.

Der Hofjuwelier, keineswegs von der Angſt um das Leben ſeines hohen Gaſtes durch deſſen Gleichgültigkeit gegen die Gefahr des Hinabſturzes befreit, beſtrebte ſich etwas aufzufinden, was denſelben veranlaſſen könne, ſeinen gefährlichen Sitz aufzugeben. In dieſer großen Verlegen⸗ heit fiel ſein Blick auf den Tiſch, wo mehrere Thon⸗ pfeifen lagen und ein Teller mit grob geſchnittenem holländiſchen Tabak ſtand. Der Zaar war kein paſ⸗ ſionirter Raucher, nur ſein Umgang mit Schiffern und Schiffsbauleuten hatte ihn, um ganz in ihre Gewohn⸗ heiten ſich hineinzuleben, bewogen, das Tabakrauchen zu lernen, ohne beſondern Geſchmack daran zu finden; aber er wollte dieſen in lakoniſcher Grobheit ſich auszeich⸗ nenden Leuten, die er als Vorbilder betrachtete, in Allem gleich ſein, und ſo rauchte er. Zudem erfreute ſich dieſer Zeitvertreib auch einer königlichen Sanction. Sein