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„Ich bin gegenwärtig bei ihr,“ antwortete Nydia.
„Iſt ſie ſo ſchoͤn, als man ſagt?“
„Ich weiß nicht,“ erwiederte Nydia,„wie kann ich es beurtheilen?“
„Ach, ich habe nicht daran gedacht, aber Du
kannſt hoͤren, wenn auch nicht ſehen. Sagen Dir
ihre andern Sklavinnen nicht, ob ſie ſchon iſt?— Sklavinnen, die mit einander ſchwatzen, vergeſſen, ſelbſt ihrer Gebieterin zu ſchmeicheln.“
„Sie erzaͤhlen mir, daß ſie ſchon iſt.“
„Hem! ſagen ſie auch, daß ſie ſchlank ſei?“—
„Ja!“
„Nun, das bin ich auch— hat ſie ſchwarze Haare?“
„Man ſagte mir es.“—
„Die habe ich auch— und beſucht ſie Glaukus häufig?“
„Täglich“— erwiederte Nydia, mit einem halb unterdruͤckten Seufzer.
„Alſo täglich! Gefällt ſie ihm?“
„Ich denke, weil ſie ſich bald heirathen werden.“—
„Heirathen!“ rief Julia, indem ſie unter der falſchen Roͤthe auf ihren Wangen erblaßte, und von ihrem Sitz aufſprang; Nydia konnte jedoch die Un⸗ ruhe, welche ſie veranlaßt hatte, nicht bemerken. Julia ſchwieg eine Zeit lang; doch der Unwille, wel⸗ cher ſich in ihren Zuͤgen malte, und ihre funkelnden


