Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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mälich zu verſchwinden ſchien. Sie war jetzt um einen Kopf kleiner als ihr ehemaliger Pflegling, ihre kleinen Hände waren bleich und von tauſend feinen Furchen durchzogen, die braunen ſanften Augen erſchienen noch größer in dem ſo ſehr magern Geſichte und durch das Haar ſchimmerten Silberfädchen.

Johannes ſtand, ein ſchlanker Mann von auf⸗ rechter edler Haltung, vor der Pflegerin ſeiner Kind⸗ heit und betrachtete mit unausſprechlicher Freude ihre rührende Geſtalt.

Mit ihr beſuchte er nun wieder jede Stelle, wo er als Kind ſo harmlos und glücklich geſpielt hatte. Am Bergesabhang blühte heute noch wie da⸗ mals die feine ſüßduftende Winde. Die Birnbäume waren ſowie ſonſt geſtützt, damit ſie die Menge ihrer reifenden Früchte tragen konnten. Wie ſonſt ſumm⸗ ten und ſurrten die emſigen Bienen um die blü⸗ hende Linde, der Weinſtock ſchlang wie ſonſt ſeine läſtigen Ranken um das vorſpringende Dach, wie ſonſt rauſchte und murmelte das geſchwätzige Wäſſer⸗ lein, und ſelbſt der alte Hausrath ſtand in den ſtillen Zimmern, wie ſonſt, in unveränderter Reinlichkeit und Akkurateſſe.

Ein unſäglich beglückendes Gefühl der Heimat⸗

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