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trugen lange, ſchwarze Kutten, ähnliche Röcke, die ihnen von der Anſtalt aus Gnaden geliefert wurden. Sie durften ſelbſt während der Freiſtunden den Klo⸗ ſterhof nicht verlaſſen, um einen Spaziergang in die nahen Wälder und Berge zu machen. Man weckte ſie zweimal Nachts zur Hora, und am Tage gab es vier verſchiedene Zeiten des gemeinſamen Gebetes, das im Sommer in der ſchönen Kirche, im Winter in dem großen Betſaale gehalten wurde. Daß alle Kartenſpiele verboten, war freilich in der Ordnung, aber auch Brett⸗ und Schachſpiel war es, und ſelbſt das Ballſchlagen, Springen, Klettern, Laufen, kurz jede harmloſe Kinderluſt, die mit Tumult, Springen und Geſchrei verbunden, war in dieſen, dem finſtern Ernſte geheiligten Mauern verbannt.
Johann Kepler, eine zarte, faſt ſchwächliche Natur, hatte freilich weniger als andere Kinder das Bedürf⸗ niß ſich auszutoben. Ihm genügte ein Gang durch den ſchönen Kloſterhof, ſeine von langem Sitzen ab⸗ geſpannten Glieder zu erquicken, und gern ſtand er dann ſinnend an dem rieſelnden Brunnen ſtill und gedachte der Sagen, die ſich an denſelben knüpften.
Hier hatte vor langen, langen Jahren, als die⸗ ſes ſchöne geſegnete Thal der Salzach noch ein wil⸗ der, ſumpfiger Wald war, von Räubern unſicher


