Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Jeden Tag ging der alte Magiſter mit ſeinem Schüler ins Freie hinaus und jeden Tag drehten ſich die Geſpräche der beiden um einen und denſelben erhabenen Gegenſtand. Dennoch verſtand Magiſter Beilmann, der nie in eines Kindes Lockenhaar ge⸗ ſpielt, die Art und Weiſe der Kindheit und wußte ſich ihr anzupaſſen.

Wenn ein menſchlich Auge die beiden auf ihren Spaziergängen beobachtet hätte, würde es mit Er⸗ ſtaunen und ſicherlich nicht ohne Verwunderung, ja wohl ſogar mit einigem Spott geſehen haben, wie der rüſtige Greis den ſchwächlichen Knaben zu kindlich munteren Bewegungen anſpornte, wie er mit ihm den Berg hinablief, wie er ihn in der Kunſt ein Rad zu ſchlagen unterrichtete, wie er ihm fer⸗ ner allerlei Schnurren aus ſeiner eigenen und längſt verſtorbener Gefährten Kindheit erzählte, ja endlich ſogar des heiligen Auguſtinus Bekenntniſſe von den Kinderſtreichen, die auch er verübt, mittheilte.

Johannes ſah hier zum erſtenmal das wunder⸗ bare Buch, das ſo viel erkannte Wahrheit, ſo viel geahnte Weisheit enthält, und da er unter der Anleitung des wackern Magiſters in der lateiniſchen Sprache ziemlich vorgeſchritten war, ſo machte es ihm großes Vergnügen, dasſelbe in den Stunden, wo