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ſtand nicht Luther mit kühnem Muthe dem Andringen der halben Welt? Was gab ihm den Muth, dem Kaiſer ins Angeſicht zu ſprechen: ‚Hier ſteh' ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir!e— Starben nicht die Apoſtel jeden Martertod mit Freudigkeit, weil ſie ſich im Beſitz des göttlichen Lichtes wuß⸗ ten? O mein Sohn, des Menſchen eigentlichſte Beſtimmung iſt, Gott zu ſuchen. Gott! das iſt die Wahrheit, die Liebe, die Geſetzmäßigkeit.— Wehe uns armen Menſchen aber, wenn nur Ein Weg zu dieſem Ziele führte. Führt denn nur eine Straße nach Rom? führt nur ein Weg in die Kirche? in Deines Vaters Haus? Sohn, lieber Sohn, zu Gott führt jeder Weg, auf dem wir mit Vertrauen wandeln, und auch der Umweg iſt dann kein Irrweg, denn endlich bringt er uns doch ans Ziel. Einen Weg gibt es aber, bei dem wir das Ziel ſtets im Auge behalten: es iſt der, den Du an meiner Hand betreten; die Kenntniß der Natur führt Dich unbedingt zur Er⸗ kenntniß Gottes. Welche Studien Du auch machen magſt, in der Bibel, in den Schriften der Gottesge⸗ lehrten alter und neuer Zeit, vergiß nicht, daß vor Deinen Augen aufgeſchlagen in jeder Stunde Deines Lebens das Buch der ewigen Natur liegt. Alle übrigen Bücher haben Zank und Streit verbreitet,


