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weder kränken noch erſchrecken,“ entgegnete der Bild⸗ ſchnitzer,„abgeſehen davon, daß ich ihr ja vertrauen muß, weil ſie für mich ſchreibt und zumeiſt auch denkt, ſo iſt ſie überdieß verſchwiegen wie das Grab und würde, denke ich, eher hundert Tode ſterben, als in irgendeiner Weiſe zur Verrätherin werden. Ihr könnt ihr alles vertrauen, alles ohne Ausnahme, wenn es nicht das Vornehmen einer ſchrecklichen Sünde iſt, deren Ausführung ſie hindern könnte.“ Apollonia hatte ſchweigend zugehört, während Pater Fickler unruhig im Zimmer auf⸗ und abging. „So ſoll ich mich denn ganz in Eure Hände geben, während ich kein Pfand, kein einziges für Eure Verſchwiegenheit habe“— „Außer dem aufrichtigen Verſprechen ehrlicher Leute,“ entgegnete Apollonia „und ſolcher, die Ihr durch eine Wohlthat ſo⸗ eben verpflichtet,“ ſetzte der Bildſchnitzer hinzu;„denn eine Wohlthat für mich iſt es doch nur geweſen, daß Ihr eine ziemliche Strecke Eures Weges mit dieſem Arzt gereiſt ſeid, der, wie gelehrt und angeſehen er auch ſonſt ſein mag, immer ein Jude bleibt.“ „Ich könnte Euch bei dieſem Glauben laſſen,“ entgegnete der Jeſuit,„ja es wäre ſogar der Klug⸗ heit angemeſſen dieß zu thun; ich glaube aber, daß 1857. XX. Johann Kepler. I. 14


