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ſich Fickler an das Bett des Kranken und nahm ſeine Hand zwiſchen die ſeinen.
„Meiſter, mein lieber alter Freund, mein Ver⸗ wandter und Wohlthäter,“ ſagte er mit bewegter Stimme,„iſt mir's doch, als hätte mich Gott ſelbſt zu Euch geführt, damit ich Euch ſo recht ins Herz rede, ſolange es noch Zeit iſt. O wie glück⸗ lich wollte ich mich preiſen, wenn es meinem armen Worte gelänge, Euer Herz zu rühren und Euch zu⸗ rückzuführen in den heiligen Schooß der Mutterkirche.“
Das wunderſchöne Auge des Mannes leuchtete dabei von einem eigenthümlichen Lichte, ſeine bleiche Wange röthete ſich und der feine Mund zuckte leiſe.
„Laßt mich, Johann, laßt mich,“ entgegnete der Kranke,„ich lebe und ſterbe auf das lebendige Wort, das Luther, der Mann Gottes, uns aus dem Wuſte des Truges und der Täuſchung hervorgegraben.“
„O, ſprecht nicht ſo, mein werther lieber Ver⸗ wandter,“ entgegnete der Jeſuit,„es iſt kein anderes Heil als im Schooße der heiligen Kirche. Jetzt ſchon zerſplittern ſich die Bekenner der Lehre Luther's in Sekten, von denen eine die andere giftig und bitter anfeindet. Die Prädikanten beſtehen mit Haß und Wuth ein jeder auf der Auslegung, die ſeine eigene Weisheit den heiligen Schriften gibt; Lutheraner


