Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Freundin. Ihre Vaterlandsliebe beſtand nicht im Haß gegen den einzelnen Feind und im jämmerlichen Triumph über das Elend von Millionen, wie ihre weibliche Tugend nicht in dem heuchleriſchen Abſcheu vor der Gefallenen beſtand.

Mit ooller Deutlichteit fühlte ſie, daß Lydia, die unverheirathete Mutter, aber die unausſprechlich liebevolle Gefährtin eines Mannes, der ihr nicht Ge⸗ rechtigkeit widerfahren ließ, ein unendlich beſſeres, edleres Weib ſei, als es einſt Lydia, das coquettirende, eitle, unthätige Maͤdchen geweſen. Sie ſtand ſchüz⸗ zend, tröſtend, lehrend und immer freundlich und muthig neben der armen Schweſter, aber ſie fühlte auch, daß etwas geſchehen müſſe, um die Stellung derſelben etwas erträglicher, etwas weniger demüthi⸗ gend zu machen, wenn ſie nicht alle zu Grunde ge⸗ hen ſollten.

Von Fritz hatte ſie bald nach der Schlacht von Leipzig tröſtliche Nachricht erhalten, auch Onkel Wohl⸗ gemuth hatte geſchrieben; beide waren unverwundet.

Der Schaͤfer Gottfried hatte ſie darauf aufmerk⸗ ſam gemacht, daß Fürſt Subow jetzt wieder auf ſei⸗ nen Gütern weile und daß der Maler Treufeldt bei ihm ſei..

„Dieſe Ruſſen, Verwalter und Inſpectoren und