Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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auch bekommen und ſich ſattſam an den Troſtworten erquickt, die der ferne Gatte ihr geſchrieben.

Der Fruͤhling ſchritt vor und jeder neue Tag brachte neue Kunde von den Siegen der Franzoſen in Oeſterreich.

Von dem kleinen Freicorps des Major von Schill hörte man nichts und doch begleiteten alle Herzen die Heldenſchaar mit ihrem Segen.

Die ſchöne Lydia war viel im Hauſe des fran⸗ zöſiſchen Conſuls Strombeck und machte dort man⸗ cherlei intereſſante Bekanntſchaften. Franzöſiſche Offi⸗ ciere aller Waffen kamen auf Urlaubsreiſen auch nach Elbing, und nicht einer war darunter, der nicht der blendenden Schönheit der jungen Deutſchen ge⸗ huldigt hätte.

Es war in der Mitte des Maies und herrliches warmes Wetter. Alle Bäume blühten bereits. Eine Schaar von Spaziergängern, die aus Dambitz, Vo⸗ gelſang und Weingarten zurückkehrten, ſtrömte durch das Mühlenthor. Mancher elegante Wagen war darunter und in einem derſelben, dem Wagen des Conſul Strombeck, ſaßen auf dem Ehrenplatz zwei hübſche Matronen, die Frau Conſul und Ma⸗ dame Wohlgemuth. Zwei reizende, blühende, junge Mädchen von unverkennbarer Aehnlichkeit ſaßen auf