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chen und ließ den angeregten Gaſt durch die Schlaf⸗ ſtube aus der Küche ſchlüpfen.
Erſt Abends ganz ſpät, als die Gäſte in ihre Herberge zum goldenen Löwen gegangen, als alle Hausgenoſſen ſchliefen, fand Louiſe in dem Stübchen der alten Elsbeth, das jetzt leer ſtand, eine Gelegen⸗ heit ihre Briefe ohne Zeugen zu leſen.
Mit zitternder Hand öffnete ſie das Siegel und aus der Hülſe ſielen drei verſchiedene an ſie adreſſirte Briefe. Die Adreſſe von allen war von Sophiens Hand, ſie nahm daher den ſtärkſten zu⸗ erſt, brach ihn auf und ſah mit Staunen und Wonne, daß er nicht von der Tante, ſondern von dem lieben fernen Vater ſei. Das Schreiben lautete:
„Mein theures Kind!
„Da der Ueberbringer dieſes Briefes ſein Leben durch ſeine Gefälligkeit preisgiebt, ſo wähle ich Dich zur Empfängerin deſſelben, weil ich überzeugt bin, daß Du von meinen fernen Lieben die meiſte Kraft und Selbſtbeherrſchung beſitzeſt. Nennen wird mein großmüthiger Freund ſich Dir ſelbſt. Eben ſo wird er Dir auch den Ort nennen, an dem Dein Vater jetzt lebt und täglich, ſtündlich Eurer, o Ihr meine Geliebten! gedenkt.
„Ruhe und Faſſung, mein liebes Kind, wenn Du


