Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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ſeinem Schutz zu entwickeln. Ich bin ſein Kind, unmittelbar das ſeine, weil Er meine irdiſchen Eltern ſo fern von mir geſtellt,“ dachte ſie und der Gedanke war ſo ſtrahlend wie das plötzliche Licht jenes Tages, da ein Sonnenblick die Tropfen an allen Zweigen mit Regenbogenglanz geſchmückt hatte. Sie fühlte eine Ruhe, eine Befriedigung, eine Freudigkeit in ſich, die alle ihre Nerven, ihre ganze Seele durchdrang, und wie von einer unſichtbaren Flamme durchleuchtet und durchwärmt, ſank ſie auf die Knie und betete zum Erſtenmal in ihrem Leben ein wortloſes ent⸗ zucktes Gebet, ein Gebet, deſſen Beſeligung nur Der ermeſſen kann, der einmal ein gleiches ſeine Seele durchſtrömen fühlte. Sie lehnte ihr Köpfchen knieend an den Stuhl, ſchaute auf zum Sternenhimmel und allmählig drückte der Schlaf ihre Augen zu und webte heilige Träume um ihre Seele, und als ſie ſich wieder erwachen fühlte, ein armes Kind der Erde, da zitterte das junge Morgenlicht in den Thautropfen des Gartens und ſtahl ſich durch die geſchloſſenen Gardinen auf das ſtille Antlitz der Leiche und webte darauf einen Verklärungsſchimmer.

Es war der Morgen des 1. Mai 1809.—

Acht Tage darauf ſaß die Familie im kleinen Gaͤrtchen beim Nachmittagskaffee.

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