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Mutter ſich nicht entſchließen können, Dich bei mir zu laſſen?“
Loniſe ſaß wieder wie ſo oft auf dem niedern Bänkchen ihrer mütterlichen Freundin zu Füßen. Sie ſchwieg ſinnend ein Weilchen und ſagte dann trau⸗ rig:„Das iſt nicht moöglich, meine liebe liebe Tante!“
„Warum nicht, mein Kind.“
„Tante, meine liebe Freundin und Lehrerin,“ entgegnete ſie,„Dir kann ich und will ich die Wahr⸗ heit ſagen; ich weiß, daß Du ſie zu würdigen ver⸗ ſtehſt und mich auch nicht verkennſt. Betrachte Dir meine Mutter aufmerkſam, ſie iſt nicht die Frau, die für ſich allein beſtehen könnte, und ich, ſo jung, un⸗ erfahren und ſchwach ich auch noch bin, habe dem Vater verſprochen, ſeine Stelle zu erſetzen, ſo viel ich kann. Wir werden uns einſchränken müſſen in Zu⸗ kunft, das iſt weder die Mutter noch Lydia gewöhnt, ich werde ihnen manche Arbeit abnehmen können, ihnen manche Sorgen und Unannehmlichkeiten er⸗ ſparen; und wozu wäre ich denn in der Welt, wenn ich das nicht mit Freuden thäte?“
Sophie Wohlgemuth zog ſie ſanft an ihr Herz. „Geh mit Gott, mein Kind, Deiner Pflicht und Deinem Lebensberuf entgegen. Wird Dein blinder


