Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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ſtreuungen genießen ſollten als ſich mit unſern Ver⸗ hältniſſen vereinen laſſen.“

„Ganz recht, ganz recht, mein Engel,“ entgeg⸗ nete die Mutter,„aber ich denke, es iſt bis jetzt hier für Dich ein angenehmer Aufenthalt geweſen. Haſt Du nicht alles gehabt was Du wuͤnſcheſt? Huldigt man nicht uͤberall Deiner Schönheit? Iſt nicht die ganze Stadt einig Dich die Krone, die Perle zu nennen?“

„Ach Gott, Mama,“ erwiederte Lydia achſel⸗ zuckend,„wie langweilig ſind dieſe Huldigungen, wie können ſie Ihnen nur noch Vergnügen machen! Man nennt mich die Krone, die Perle, ja, ganz recht, man flüſtert hinter mir, wenn ich über die Straße gehe, man umdrängt mich auf den Bällen! Was nützt mir das? nicht ein Menſch hat mich recht und aus Herzensgrund lieb, nicht einer, Mama, ich weiß das und fühle es in jedem Moment, und ſelbſt Sie nicht. Würde mein Geſicht heute durch einen Zufall entſtellt, durch eine Brandwunde vielleicht, durch Nervenkrämpfe oder dergleichen, ich weiß, welchen Einfluß das auf Ihre Liebe haben würde.— Ich habe einen Ekel vor den Menſchen und dem ganzen Leben, ich wollte ich ſtürbe früh, wenigſtens noch im vollen Beſitz meiner jugendlichen Schönheit, mein