Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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„Ihr Vater? o Vetter Wilhelm, lieber Gott, wie müſſen Sie glücklich ſein!“ ſagte ſie und indem der ältere Itzſtein auf ſie zuging, um ſie mit hof⸗ männiſcher Galanterie zu begrüßen, ergoß ſich eine brennende Röthe über das jugendliche Geſichtchen.

„In der That er hätte nichts ſüßeres, nichts holderes für ſich wählen können, wenn er ſehen könnte,“ dachte der Präſident, und in dem wärmſten Theil ſeines nicht ſehr warmen Herzens regte ſich ein Gefühl väterlicher Liebe und Theilnahme für das jugendliche liebliche Geſchöpf, deſſen Leben an das dunkle ſeines Sohnes geknüpft werden ſollte.

Während dieſer Gedanken aber hatte er ſich niedergebeugt und einen Kuß auf Louiſens reine Stirn gedrückt, die nach der Sitte der Zeit die Hand ihres Verwandten ehrerbietig an ihre Lippen zog.

Louiſe ging in das Gärtchen und der Präſident ſetzte ſich zu ſeinem blinden Sohne und dem Ma⸗ giſter und ſagte:„Wahrlich, das iſt eine Tochter, wie ich ſie mir nicht liebenswürdiger und reizender träumen könnte, und Du biſt ein Glücklicher, die fri⸗ ſche und frühe Liebe dieſes Herzens errungen zu haben.“

„Man meint ſie ſei häßlich,“ entgegnete Wil⸗ helm,„ich halte ſie nicht dafür, doch iſt das freilich

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