Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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die Natur ihnen verlieh, zu entdecken und mit treuem Fleiße zu ſammeln.

Das iſt das Glück meines Lebens, das iſt mein Talent. Ich ſehe das Gute und Schöne, ich weiß es zu benützen, und des Guten und Schönen iſt überall genug, wenigſtens weiß ich es überall zu finden.

Mein Platz iſt nicht in der großen Welt. Fremd bin ich dem Treiben der Geſellſchaft; in der Natur und mit ihr lebend iſt mein Familienkreis, mein Alles, und die enge heilige Grenze meines Hau⸗ ſes, auch die Grenze meiner Wirkſamkeit.

Meine Lieder aber tönen hinaus über dieſe enge Grenze. Wie weit hinaus, weiß ich freilich nicht, es kümmert mich auch wenig! ich ſinge wie der Vogel im Neſt, zunächſt für meine horchenden Kinder; trägt die Sommerluft meine Lieder in das Ohr eines Wan⸗ derers, horcht ihnen ein vorübergehendes Mädchen, freut ſich ein bräutliches Pärchen ihrer, das im Schatten koſend ruht, um ſo beſſer! es iſt ja des Liedes Art und Natur, daß es hinaus ſchallt ins Freie, das es ſich gerne wiegt auf den Schwingen der Luft, und wo das Geräuſch des Weltlebens ſchweigt, da tönt ein Lied weit weit und erfreut trau⸗ ernde Herzen und befreundet ſie der verborgenen Sängerin.