Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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in die Schanze geſchlagen hat und jetzt zum ſchändlichen Verräther und Mörder wird, um ein Weibsbild zu rächen, das Pranger und Steupenſchlag erduldete?

Schurke! verleumderiſcher Schurke! ſchrie Plauen, in heftigſter Wuth ſein Schwert aus der Scheide ziehend,wage es noch einmal ein Wort gegen die Edel⸗ frau zu ſprechen, deren vornehmen Stand und fleckenloſe Tugend Dein dicker Bürgerſchädel nicht zu begreifen vermag, und die Arbeit Dich abzuſchlachten ſoll dieſem Hunde von Nachrichter durch mein Ritterſchwert abge⸗ nommen werden.

Es iſt an Eurer Seite jedenfalls unehrlicher als das dieſes rechtſchaffenen Mannes, ſagte Letzkau mit blitzenden Augen.

Kaum aber war das Wort geſprochen, ſo blitzte ein Sonnenſtrahl auf der blanken hochgeſchwungenen Klinge von Plauen's Schwert und im gleichen Augenblicke rann ein Blutſtrom über das Geſicht des unglücklichen Letzkau, und blendete ihn ſo, daß er taumelnd mit der Unſicherheit eines Blinden um ſich griff, bis er den wei⸗ ßen Mantel Sefeln's in ſeine Hände faßte.

Wenn hier ein Mann von Ehre iſt, der ein chriſtli⸗ ches Herz in ſeinen Buſen trägt, der leide es nicht, daß Schurken hier ihre Waffen gegen Wehrloſe gebrauchen, ſchrie der Wankende.