jetzt dalag und das häßliche Geweih, das ihm grauſame Schmerzen machte, nicht von ſich thun konnte*) ohne ſich Haut und Haar vom Kopfe zu reißen.— Der böhmiſche Befehlshaber geſtattete auch, daß die Oſte⸗ roder Bürger die Leiche des Hochmeiſters zu Wagen nach der Marienburg führten und außer, daß hie und da ein Böhme eine ſilberne Spange oder Lampe vom Hauſe eines Reichen einſteckte, oder, daß ein anderer halb oder ganz betrunken eine Dirne, die ſich auf der Straße ſehen ließ, küßte, geſchah nichts, was die guten Leute von Oſte⸗ rode gekränkt hätte.
Den am nächſten Morgen weiter Ziehenden muß⸗ ten zwei angeſehene Bürger den Weg nach Preuß. Mark zeigen und ſie ſchätzten ſich das zur Ehre, denn ſo viel war ja ausgemacht, der auf's Haupt geſchlagene Orden war für immer zerſtört und das Land und die Städte alle gehörten dem großen König von Polen, der den Bürgern neue Freiheiten und Privilegien mancherlei Art verſprach, nur, daß ſie eben den Soldaten des Königs Zehrung, Wein und alles Nöthige geben mußten, was einmal ja auch im Kriege nicht anders ſein konnte.
Aus Chriſtburg, Mohrungen, Preuß. Mark, ja
*) Wird in einem alten Kirchenbuche in Taggerben bei Schippenbeil als Thatſache erzählt.


