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„Wenig genug, edler Zindram,“ entgegnete der junge Lithauer„und das Wenige iſt traurig. Ich weiß, daß in einer ſtillen Nachtſtunde ſich das ſchöne Angeſicht Saueita's über mein Bett beugte und meine Kinder⸗ wange mit Thränen und Küſſen benetzte. Leb wohl, leb woh’, Sungalo, mein ſüßer Kuabe, flüſterte ſie, als ich, erwacht, meine Arme um ihren Hals ſchlane. Dies weiß ich, aber wasſie, die wir Alle ſo innigſt liebten, von uns fort trieb, das weiß ich nicht!“
„Vielleicht kann ich es Cuch ſagen,“ entgegnete Zindram mit einem ſchmerzlichen Seufzer.
„Hört mir wohl zu, Sungalo, mein Vetter, und möge meine traurige Erzühlung Eure traurigen Jugend⸗ erinnerungen ergänzen. Wißt, wir ſtammen, Ihr ſowohl als ich, aus dem Blute Gedemin's, Großherzogs von Lithauen, der ſein Reich unter ſeine Söhne Kynſtutte und Oljerd theilte, während er ſeine ſchönen Töchter an die Großen ſeines Landes vermälte. Nicht beſſeres Blut als das unſere ſließt in den Adern Withold's, des Li⸗ thauer⸗Herzogs, denn auch er iſt, wie ich, wie Eure Mut⸗ ter und Saneita, wie Wladislav, der allmächtige Polen⸗ könig, ein Enkel Gedemin's.
„Von früheſter Jugend an hatte Streit und Neid geherrſcht unter den beiden Fürſten Withold und Ja⸗ gello.


