Bemerkung.
Die Länge des Drama's verlangt nothwendigerweiſe Ver⸗ kürzungen auf der Bühne; die wichtigſten derſelben ſind jedesmal in Randnoten angegeben. Viele der ſo wegge⸗ laſſenen Stellen, ſo unweſentlich ſie den Zuſchauern ſein mögen, müſſen unbezweifelt der Art ſein, daß der Leſer ſie am wenigſten miſſen möchte; nämlich ſolche, die, ohne für das theatraliſche Intereſſe durchaus weſentlich zu ſein, theils die feineren Charakterzüge, theils die poetiſcheren Verſchönungen einer Beſchreibung enthalten. Eine wich⸗ tigere Folge dieſer Auslaſſungen iſt, daß Richelieu ſelbſt zu oft und ohne anderweitige Ausgleichung in Lagen ge⸗ laſſen wird, die ihn in ſchönem und mildem Lichte erſchei⸗ nen laſſen, ohne jene Schattirung ſeiner trüberen Motive und rauheren Eigenſchaften, die in dem geſchriebenen Drama verſucht worden. Um vollſtändig zu beurtheilen, wie der Verfaſſer Richelieu's Charakter aufgriff, und wie weit derſelbe der Kunſt hiſtoriſcher Porträtirung ange⸗ meſſen iſt, muß das Gedicht geleſen werden.


